Blickrichtungen

Perspektiven der Kunst- und Gestaltungstherapie

Symposium des DAGTP 2019

Am 20. und 21.9.2019 fand in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin das diesjähriges Symposium mit über 140 Teilnehmenden aus ganz Deutschland und der Schweiz statt. Anlass bot das 40.jährige Bestehen des DAGTP, der inzwischen gemeinsam mit der Katholischen Hochschule Berlin den Bachelor-Studiengang Gestaltungstherapie - Klinische Kunsttherapie anbietet.

Unter den Teilnehmenden vertreten waren u.a. die Lehrtherapeutinnen des Studienganges, Vertreter der Hochschule, die Vorstandsmitglieder des DAGTP, ehemalige und aktuell Studierende sowie zahlreiche Gastdozenten und Gratulanten. Als besonderes Ereignis wurde zum Beginn des Symposiums das neu erschienene, vom DAGTP herausgegebene Buch „ Der therapeutische Blick in die Kunsttherapie" gewürdigt. In der Aula waren Skulpturen der Künstlerin und Studierenden Prapatti S. Starke zu besichtigen.

Frau Prof. Clara Schattmayer-Bolle entführte die Zuhörer in die Anfangszeit des DAGTP und rekapitulierte das Ringen der Frauen und Männer der ersten Stunde um die „richtige" Theorie für Handlungsfelder, die sich den interessierten Künstlern und Ergotherapeuten auftaten. Besonders ehrte sie die zwei bereits verstorbenen Gründungsmitglieder Helena Schrode und Tomas Teichmann, beide wegweisend für den DAGTP. Es folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Axel Bohmeyer zum aktuellen Stand der Verwissenschaftlichung der künstlerischen Therapien im Kontext der Gesundheitspolitik. Er erörterte die Frage, weshalb der Berufsstand der künstlerischen Therapien einerseits die Verwissenschaftlichung zu fürchten hat und andererseits sehr auf diese angewiesen ist.
Nachmittags wurden 7 Workshops zu verschiedenen Themenbereichen künstlerischer Therapien, neuen Ansätzen und Verknüpfungen angeboten, die am Samstag ihre Fortsetzung fanden.

Den Tag beschloss Dr. Klaus Antons mit einem Vortrag über den Beginn der gestaltungstherapeutischen Weiterbildung in seinem Büro, seine eigene therapeutische und künstlerische Entwicklung im Rahmen einer Gruppe und Ausblicke auf die zukünftige Rolle künstlerischer Therapien.

Beim anschließenden Festakt, der durch die Künstlerin Tanja Buttenborg mit Gesang und Akkordeon umrahmt wurde, richteten u.a. Prof. Dr. Ralf-Bruno Zimmermann als Rektor der Hochschule, Prof. Doris Tietze und Thomas Hellinger als Lehrende aus Dresden, Florian Preißer als Vorstandsvorsitzender des DFKGT sowie Ursula Böhler als Frau der ersten Stunde herzliche Grußworte an den DAGTP.

Mit seinem Vortrag über Verknüpfungsstellen der Kunsttherapie zu psychodynamischen Theorien eröffnete Prof. Dr. Ralf Bolle am Samstag die Veranstaltung. Er fächerte auf, welche theoretischen Konzepte der Kunst- und Gestaltungstherapie zugrunde liegen und demonstrierte anhand eines Patientenbeispiels die ärztlich-psychotherapeutische Behandlung mit Hilfe kunsttherapeutischer Elemente der Fotografie.

Nachmittags erhielten drei Bachelor-Absolventinnen des Studiengangs die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zu den Themen Trauer und Kunst, die Herz-Symbolik und Kunsttherapie im Kindergarten vorzustellen.

Das Symposium abschließend sprach Prof. Dr. Joachim J. Küchenhoff über die Bedeutung des Eröffnens von Erwartungshorizonten in der Therapie mittels der Bereitstellung kreativer Räume und deren Bedingungen. Besonders hervor hob er dabei die Rolle der Übergangsräume und des gegenseitigen Vertrauens im therapeutischen Prozess.

Am Samstag Abend fand schließlich noch die jährliche Mitgliederversammlung unter zahlreicher Teilnahme statt.

Neben der obligatorischen Entlastung des alten Vorstandes wurden als neue Mitglieder in den Vorstand Nicola Harter, Sandra Reinhold und Birgit Hamann (bisher Beisitz) einstimmig gewählt.

Gabriela Walterspiel und Stefan Schwaiger als langjährige Leitung sowie Susanna Scheibner verließen den Vorstand.

[Text: Birgit Hamann]

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